Kühlschrank und Kino - Eine erstaunliche Beziehung

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Kühlschrank und Kino - Eine erstaunliche Beziehung

Einführung

Der Kühlschrank, dieses alltägliche Haushaltsgerät, spielt im Kino manchmal eine erstaunliche Rolle. Meistens steht er einfach im Hintergrund, ein Requisit, das eine Küchenszene glaubwürdig macht. Doch hin und wieder wird er zu einem echten Motor der Handlung, zur Quelle von Spannung, Angst oder Komik. Hier ein Überblick über eine Beziehung zwischen Kühlschrank und Leinwand, die reicher ist, als man vermuten würde.

Der Kühlschrank als Alltagskulisse

In unzähligen Filmen und Serien gehört der Kühlschrank zur Kulisse, besonders in Küchenszenen. Die Sitcoms haben das gut verstanden: In Friends wie in Seinfeld öffnet und schliesst sich die Kühlschranktür im Takt der Dialoge, und das Gerät wird fast zur Nebenfigur, zum Vorwand für zahllose Gags. Sein Status als vertrauter Gegenstand erklärt, warum er so oft auf der Leinwand auftaucht: Fast jeder besitzt einen, und schon seine blosse Anwesenheit verankert eine Szene in der Wirklichkeit.

Diese Vertrautheit nährt auch eine grössere Vorstellungswelt, die man in Kühlschränken in der Popkultur und sogar in unseren Träumen wiederfindet.

Wenn der Kühlschrank zum Handlungselement wird

Manche Filme geben dem Kühlschrank eine weit zentralere Rolle. Das meistdiskutierte Beispiel bleibt Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008): Um einem Atomtest zu entkommen, flüchtet sich Indy in einen bleiummantelten Kühlschrank und überlebt die Explosion, in seiner Metallhülle davongeschleudert. Die Szene wurde für ihre Unglaubwürdigkeit so verspottet, dass sie den englischen Ausdruck "nuke the fridge" hervorbrachte, heute das moderne Gegenstück zu "jumping the shark" für den Moment, in dem eine Saga ins Absurde kippt (siehe diese Analyse von Entertainment Weekly).

Der Kühlschrank kann auch der Angst dienen. In Ghostbusters (1984) räumt Dana Barrett ihre Einkäufe ein, als ihr Kühlschrank zu knurren beginnt: In seinem Inneren öffnet sich der Tempel von Gozer, aus dem die Kreatur Zuul auftaucht, der Ausgangspunkt der gesamten übernatürlichen Handlung des Films. Ein simples Haushaltsgerät wird so zur Schwelle in eine andere Dimension.

Der Kühlschrank als Symbol

Über den Gag oder den Schauder hinaus trägt der Kühlschrank manchmal eine symbolische Ladung. In Requiem for a Dream (2000) erwacht der Kühlschrank von Sara Goldfarb, die von Appetitzüglern und dem Zwang zum Abnehmen zerfressen ist, in ihren Halluzinationen zum Leben und bedroht sie. Das Gerät verkörpert dann ihr gestörtes Verhältnis zum Essen und ihre Amphetaminabhängigkeit. Der Behälter unserer Lebensmittel wird zum Spiegel unserer Triebe, ein Motiv, das man auch antrifft, wenn der Kühlschrank in der zeitgenössischen Kunst auftaucht.

Warum der Kühlschrank Filmemacher inspiriert

Ein banaler und doch mit Intimität aufgeladener Gegenstand: Der Kühlschrank birgt, was wir essen, was wir verbergen und manchmal, was wir lieber vergessen würden. Diese Doppeldeutigkeit macht ihn zu einem wertvollen Requisit: Er kann beruhigen, beunruhigen oder zum Lachen bringen, je nachdem, wie die Inszenierung ihn einsetzt. Die Wirklichkeit übertrifft dabei sogar die Fiktion, denn der Kühlschrank hat schon als ganz reales Versteck gedient, wie diese Anekdoten erzählen, in denen er zum Tresor wird.

Fazit

Beruhigende Kulisse, Handlungsmotor, Objekt des Schreckens oder intimes Symbol: Der Kühlschrank durchzieht das Kino in vielfältiger Gestalt. Wenn das nächste Mal ein Kühlschrank auf der Leinwand erscheint, achten Sie auf die Rolle, die man ihm gibt: Sie verrät oft mehr, als man denkt, über die Figuren, die ihn öffnen.